Den Raum begehen

Installation eines Netzes

Zur Installation eines Netzes im Glockenturm des Münsters Schwarzach

Im Glockenturm hat Sibylle Burrer ein Netz eingehängt, das man begehen kann. Auf dem Weg dahin durchmisst man den Kirchenraum nicht nur mit dem Auge als Betrachter. Man muss diesen Weg tatsächlich mit dem eigenen Körper zurücklegen... Interaktion des Körpers mit dem Raum ist der Fachausdruck für dieses Geschehen. Im Zeitalter des virtuellen Netzes,..., die der Mensch vor dem PC sitzend durcheilt,..., ist dieses reale Netz ein Ort des tatsächlichen Hier und Jetzt, eines augenblicklichen Geschehens unter Umständen auch im Miteinander mit ebenfalls im Netz befindlichen Personen. Es entsteht Wirklichkeit des Handelns in gegenseitiger Achtsamkeit, mithin ein Symbol menschlichen Zusammenlebens...

Man kann als Betrachter diesem Leben zuschauen, vieles beobachten und Schlussfolgerungen daraus ziehen. Dabei hält sich der Abstand, der zur Betrachtung nötig ist. Es ist ein entscheidender Schritt, sich, vertrauend auf die Tragkraft des Netzes und das Vermögen des eigenen Körpers, aus diesem Abstand heraus zu wagen und sich hineinzubegeben in die unberechenbare Unmittelbarkeit, die der Aufenthalt im Netz verspricht. Es ist ein Wagnis, aus der gesicherten Position herauszutreten in ein Erleben, das von Augenblick zu Augenblick aufs neue den ganzen Menschen erfasst. Hilde Domin hat ihrer Gedichtsammlung „Nur eine Rose als Stütze“ ein Motto vorangestellt. Es lautet: „Ich setzte meinen Fuß in die Luft, und sie trug.“

Dr. Ulrike Rein

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